30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention - 50 Jahre Amt für heilpädagogische Frühberatung



Editorial, von Célia Roh, MIDE  Praktikantin, 14. Februar 2019

2019 02 14 ED beaute C RohWarum verabscheuen so viele junge Leute weltweit ihren Körper, ungesehen ihres Aussehens und ihrer Erscheinung?

Die derzeit von den Massenmedien international verbreiteten Schönheitsideale sind grösstenteils unrealistisch und für die meisten Menschen unerreichbar. Diese Utopie beeinträchtigt das physische und psychische Wohlbefinden, vor allem bei jungen Menschen. Dove Global Girls Beauty and Confidence hat 2017 einen Bericht verfasst, nachdem über 5000 junge Mädchen aus allen Teilen der Welt (Indien, USA, Grossbritannien, Brasilien, China, Japan, Türkei, Kanada, Deutschland, Russland, Mexiko, Sudafrika, Australien und Indonesien) im Alter von 10 bis 17 Jahren zu diesem Thema befragt worden waren. Man wollte wissen, wie gross die Auswirkung der Medien und der Druck der Schönheitsideale auf ihr Selbstwertgefühl sein kann. Diese Studie zeigt, dass über die Hälfte der befragten Mädchen keine hohe Meinung von ihrem Körperbild haben, was sich oft auf ihr tägliches Leben auswirkt – das führt vom sich Zurückziehen von Familie und Freunden über Ess-Störungen hin bis zur Gefährdung der Gesundheit und der Gefahr, die eigene Meinung nicht vertreten zu können.

Noch beunruhigender ist, was Alex Shaw und Ike Silver über die Wahrnehmung der Kinder erfahren haben, sobald diese sich innerhalb der Gruppe oder der Clique bewegen. In welchem Ausmass ist es für sie wichtig, ein positives Bild von sich abzugeben? Das Ergebnis dieser Forschung hat gezeigt, dass ein Kind sich schon ab dem fünften Lebensjahr mit seinem Aussehen beschäftigt und den Eindruck bemerkt, den es auf andere macht. Je mehr es mit den Medien in Berührung kommt, je mehr besteht die Gefahr, dass es zu dem Glauben gelangt, die Vorbilder, die ihm präsentiert werden, stellten die wahren Schönheits-Standards da. Es ist ihm allerdings nicht bewusst, dass diese Vorbilder oft äusserst wenig der Realität entsprechen.

Die Staaten, die das Übereinkommen der Rechte der Kinder (KRK) ratifiziert haben, erkennen die wichtige Rolle der Massenmedien an (Artikel 17). Auch wird sichergestellt, dass jedes Kind Zugang zu allen Informationen bekommt, die sein soziales, seelisches und moralisches Wohlergehen unterstützen. Ebenfalls soll die geistige und körperliche Gesundheit garantiert werden. Gemäss den Empfehlungen des Kinderrechtskomitees zum «Day of General Discussion» von 2014 zu den Kinderrechten und den digitalen Medien, müssen ausserdem die Vertragsstaaten die Medien auffordern, Informationen und Materialien anzubieten, die eine soziale und kulturelle Zweckmässigkeit für Kinder haben, wie zum Beispiel das Unterstützen eines gesunden Lebenswandel.

Jedoch präsentieren die Medien den Jugendlichen, die nicht die kognitiven Fähigkeiten besitzen, Wahres von Fiktivem zu unterscheiden, häufig illusorische Bilder. Deshalb muss man den Kindern helfen, die nötige Resilienz aufzubauen, um das Diktat der Schönheit und des Aussehens überwinden zu können. Man muss sie auf ihre persönliche Werte hinweisen oder mehr noch, kulturelle Unterschiede wissentlich hervorheben. Wenn Kinder sich ständig mit etwas, was nicht real ist, vergleichen, wie sollen sie sich mit dem, was sie im Spiegel sehen, zufriedengeben können?

Bild: Pxhere

NB: der Inhalt dieses Editorials gibt nicht unbedingt die Meinung der Direktion und des Teams des IDE wieder.

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