Délai d'inscription mardi 31 juillet 2018 

  

Brochure du CAS Enfants Victimes, Enfants Témoins: la Parole de l’Enfant en Justice - septembre 2018 > mars 2020

Der 30. April ist der «No hitting day», der internationale Tag für gewaltlose Erziehung. Die Spezialisten sind sich einig: eine Erziehung, welche auf gewöhnlicher Gewalt (Haue, Ohrfeigen, Schreie und Demütigungen) gründet ist aus pädagogischen Gesichtspunkten unzweckmässig und schwer an Folgen, sowohl für die kindliche Entwicklung, als auch für die Erwachsenen, die sie werden. Die empfangenen Züchtigungen führen zu einer Logik der Gewalt als einzige bekannte Lösung von Konflikten, aus der es sehr schwierig ist auszusteigen.

Auf europäischer Ebene haben insgesamt 33 Länder körperliche Züchtigung und andere Formen psychischen, physischen oder erniedrigenden Tadelns durch ihre Zivil- und Strafgesetzgebung untersagt. In der Schweiz wurde ein solches explizites Verbot der Köperstrafen zu erzieherischen Zwecken noch immer nicht in der Gesetzgebung verankert und die Einstellung des Staates scheint nicht in diese Richtung zu weisen. Es heisst, leichte Eingriffe hätten einen guten Einfluss, der aktuelle rechtliche Rahmen sei ausreichend und die Verfahren mit dem Ziel eines Verbots würden die Familiensphäre bedrohen, zum Nachteil des Kindes.

In einem Artikel, der am 30. April auf der Internetseite REISO erscheinen wird hat die Direktorin des Internationalen Instituts der Kinderrechte Paola Riva Gapany diese im schweizerischen Kontext hervorgebrachten Argumente dekonstruiert. Im Falle des gegebenen Rechtsschutzes sind Lücken vorhanden, vor allem wenn die Gewalttaten keine ersichtlichen Spuren hinterlassen und nur gelegentlich vorkommen. Das Bundesgericht hat Bedingungen festgestellt, unter denen ein Recht der Eltern auf «leichte Züchtigung» bestehen könnte, jedoch ohne ein solches endgültig zu bejahen. In Rahmen der UNO wurde die Schweiz jedoch mehrmals durch das Komitee der Rechte des Kindes und den Menschenrechtsrat dazu aufgefordert eine klare gesetzliche Grundlage zu erschaffen und die Sensibilisierung zu verstärken.

Schlussendlich muss wohl ein Wechsel in der Geisteshaltung stattfinden, da die tätlichen Erziehungsformen und die existenten Alternativen den Eltern nur wenig bekannt sind und gesellschaftlich weit akzeptiert sind.

Diese Fragen werden in Bern im Rahmen des Kolloquiums «Für einen besseren Schutz von Kindern in der Schweiz: Verbot von Körperstrafen?» behandelt und Empfehlungen werden ausgearbeitet. Dieses Kolloquium wird durch das interfakultäre Zentrum für die Rechte des Kindes der Universität Genf, dem schweizerischen Kompetenzzentrum für Menschenrechte, dem Internationalen Instituts der Kinderrechte, der HEP Wallis, der HES-SO Wallis und der Kantonalen Dienststelle für die Jugend des Wallis organisiert.

Informationen und Einschreibung: www.unige.ch/cide

Vgl. a. / Quellen: