Thema 2017: Vielfalt

Jedes Jahr stehen den Lehrerinnen und Lehrern anlässlich des Tages der Kinderrechte (20. November) pädagogische Unterlagen zur Verfügung, um mit ihrer Klasse in zwei bis drei Lektionen ein besonderes Thema im Zusammenhang mit den Kinderrechten zu behandeln.

2017 ist ein besonderes Jahr für die Kinderrechte in der Schweiz, da es genau zwanzig Jahre her ist, seit die Schweiz das Internationale Übereinkommen über die Rechte des Kindes (die Kinderrechtskonvention, KRK) ratifiziert hat. Das Internationale Institut der Kinderrechte (IDE) möchte dieses Ereignis mit dem Thema der Vielfalt begehen.

In einer Gesellschaft, in der anders sein oft mit ausgeschlossen werden einhergeht, lädt der Begriff der Vielfalt förmlich dazu ein, die Kinderrechte zu behandeln, indem ein positiver und partizipativer Ansatz gewählt wird, der darin besteht, die Unterschiede positiv zu werten und deren Reichtum aufzuzeigen. Die Wahl dieses Themas reiht sich zudem in die Kontinuität der Thematik von 2016 des Mobbing unter Gleichaltrigen in der Schule ein, da die Anerkennung der Vielfalt es ermöglicht, die Diskriminierung, die solchen Situationen zugrundeliegt, zu bekämpfen.

Die angebotenen Aktivitäten entsprechen folgenden Zielsetzungen:

  • Bedeutung der Grundrechte des Kindes begreifen und sie in eigenen Lebenssituationen und denjenigen anderer Kinder erkennen;
  • den Begriff der Vielfalt in Bezug auf die Kinderrechte verstehen;
  • Über das eigene Verständnis der Vielfalt und ihrer Abbildung innerhalb der Klasse, der Schule nachdenken, mit dem Ziel, Diskriminierungen zu vermeiden und den Klassenzusammenhalt zu stärken.

Lehrplanbezug

Der Lehrplan 21 orientiert sich am Erwerb definierter Kompetenzen, insbesondere folgende Kompetenzen können mit den vorliegenden Unterrichtsideen erarbeitet werden:

  • 1./2. Zyklus: Identität, Körper, Gesundheit – sich kennen und sich Sorge tragen; Gemeinschaft und Gesellschaft – Zusammenleben gestalten und sich engagieren; Grunderfahrungen, Werte und Normen erkunden und reflektieren.
  • 3. Zyklus: Demokratie und Menschenrechte verstehen und sich dafür engagieren; existentielle Grunderfahrungen reflektieren; Werte und Normen klären und Entscheidungen verantworten.

Zudem werden durch die verschiedenen Aktivitäten mehrere überfachliche Kompetenzen wie Selbstreflexion, Dialog- und Kooperationsfähigkeit und Umgang mit Vielfalt weiterentwickelt und ausgebildet.

Bildung für nachhaltige Entwicklung fördert spezifische Kompetenzen wie vernetztes Denken, eigene und fremde Werte reflektieren, Kooperation und Perspektiven wechseln. Diese Kompetenzen befähigen die Schüler/-innen Stellung zu beziehen und als Bürger/-innen in einer globalisierten und komplexen Welt, die durch Vielfalt gekennzeichnet ist, zu handeln. Eine offene Haltung gegenüber dieser Vielfalt und der Respekt der Grundrechte von jedem und jeder sind unverzichtbare Voraussetzungen für den Aufbau einer nachhaltigeren Welt.

Empfehlungen an die LP

Zur Vorbereitung laden wir Sie ein, das Internationale Übereinkommen über die Rechte des Kindes zu lesen. Sie können die vollständige Version, verschiedene vereinfachte Versionen sowie verschiedene Dokumente, die es für die vorgeschlagenen Aktivitäten braucht, kostenlos auf unseren Seiten herunterladen. Die vollständige Konvention in Form einer Broschüre kann ebenfalls gratis bei éducation21 bestellt werden.

Bevor Sie das Thema der Vielfalt in der Klasse behandeln, bitten wir Sie, den notwendigen Rahmen zu schaffen, um dieses sensible Thema anzugehen. Es ist wichtig, eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen, indem die Schüler/-innen zum Beispiel aufgefordert werden keine Urteile abzugeben und sich nicht über andere lustig zu machen, damit sich alle unter Einhaltung gegenseitigen Respekts äussern können.

Die vorgeschlagenen Aktivitäten sind sehr unterschiedlich und vielseitig aufgebaut. Dennoch kann jede Lehrperson sie an die besonderen Konstellationen der Vielfalt in ihrer Klasse anpassen.