Die Veillard-Cybulski Fonds Stiftung entstand im August 1986 in Lausanne (Schweiz), mit dem Ziel das Vermächtnis von Herr Maurice Veillard-Cybulski und Frau Henryka Veillard-Cybulski, beide Magistrate und Kinderfreunde, zu ehren.

Ziele

Die Ziele der Stiftung sind:

  • Förderung von wissenschaftlichen Arbeiten, die der Verbesserung des legalen Jugend- und Familienschutzes dienen,
  • Unterstützung in der Umsetzung von Studien, Anträgen, Forschungen, Verträgen oder Arbeiten in Verbindung mit Kongress- oder Seminarthemen der Internationalen Gemeinschaft von Jugend-und Familienrichtern und Anwälten (IGJFA),
  • Finanzielle Unterstützung von besonders zu würdigenden Arbeiten. Insbesondere jene, die einen innovativen Beitrag zur Perfektionierung von Methoden zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen und ihren Familien in Schwierigkeiten, geben.

Aktivitäten

Die Veillard-Cybulski Fonds Stiftung organisiert seit 1990 im Rahmen der Generalversammlung der AIMJF, die Vergabe des Veillard-Cybulski Preises.

Seit 2012 organisiert die Stiftung zudem ein jährliches Forum zu aktuellen Themen des Jugendstrafrechts in der Westschweiz.

Das Komitee

Der Generalversammlung vom 10. September 2010 folgend, besteht das Stiftungskomitee aus:

  • Herr Xavier Lavanchy, Präsident (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)
  • Herr Michel Lachat, Vize-Präsident
  • Herr Jean Zermatten, Schatzmeister
  • Frau Alexandra Prince, Sekretariat
  • Herr Olivier Boillat
  • Frau Avril Calder, Präsidentin der AIMJF
  • Frau Malgorzata Cybulski Cerruti
  • Frau Corinne Dupasquier-Vuilleumier
  • Herr Claude Pahud
  • Frau Danièle Vuilleumier-Chabloz

Den Stiftungsvorstand hatte seit seiner Gründung in 1986 bis 2010 Herr André Dunant, vormals Jugendrichter, inne.

Maurice Veillard-Cybulski (1894-1978)

Maurice Veillard wurde 1894 in Lausanne geboren. Er macht zuerst seinen Abschluss in Rechtswissenschaften und dann das gleichnamige Doktorat an der Universität Lausanne. Aus seiner Heirat 1918 mit Marthe Jolmini gehen vier Töchter hervor. Verwitwet geht er 1959 die Ehe mit Henryka Cybulska ein. Zunächst Bezirksrichter von Lausanne und später erster Präsident des Jugendgerichts im Kanton Waadt (Schweiz) gibt Maurice Veillard ab 1941 Lesungen an der Universität. Er war Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Jugendstrafrechtspflege, sowie Präsident der Internationalen Vereinigung  der Jugend- und Familienrichter und Anwälte (AIMJF) und Präsident der internationalen Union familiärer Behörden (UIOF).

Er hat mit seinen Schriften (darunter das bekannte Werk „Pioniere der Sozialhilfe“) und seinen Kompetenzen dazu beigetragen einen sozialen Zugang im Jugendstrafrecht auf europäischer Ebene zu fördern.

Seine Notizen waren Objekt der folgenden Publikation (2007) „Crapauds de gamins! Notes d'un juge de l'enfance 1942-1977“ („Kleine Kröten! Beobachtungen eines Jugendrichters von 1942 bis 1977“), welche im Verlag En-bas erschienen ist.

Henryka Veillard-Cybulska (1908-2003)

Henryka Nalecz wurde 1908 in Lublin (Polen) geboren. Verheiratet mit Stanislaw Cybulski und Mutter von zwei Kindern, widmet sie sich ihren Studien, um in Polen zuerst den Abschluss in Rechtswissenschaften sowie in Philosophie-Psychologie zu machen. Später kommt ein Doktorat in Rechtswissenschaften hinzu.

Während des zweiten Weltkrieges engagiert sie sich stark für ihr Land (YMCA, Rotes Kreuz, Geheime Universität, polnische Untergrundarmee).  Nachdem sie 1943 während der Besatzung Witwe wird, hat sie ab 1946 den Magistratsposten inne und ab 1951 ist sie Präsidentin des Jugendgerichts von Lodz.

Sie verfolgt neben einer akademischen Laufbahn (Lehre der Jugendkriminologie, des Jugend-und Familienrechts) auch eine internationale Karriere in der AIMJF, der sie als Generalsekretärin beitreten wird (1966-1982), sowie in der Internationalen Föderation von Frauen mit juristischen Laufbahnen (Ratsmitglied) und in anderen NGO´s.

Für mehrere Jahre ist sie Redakteurin der Berichte des AIMJF und veröffentlicht zahlreiche Artikel.  In Zusammenarbeit mit ihrem zweiten Mann, Maurice Veillard, verfasst sie das wichtige Nachschlagewerk  „Les jeunes délinquants dans le monde : ce qu'ils font, ce qu'ils sont, ce qu'on fait pour eux „ („Junge Täter weltweit: was sie machen, wer sie sind und was wir für sie machen“), welches 1963 im Verlag Delachaux und Niestlé erscheint.

Henryka Veillard-Cybulski gründet 1986 die Veillard-Cybulski Fonds Stiftung um das Vermächtnis ihres Mannes zu ehren und ihr gemeinsames Engagement weiterzuführen.