Etwa fünfzig Personen haben am 7. November in Sitten am Workshop über die Rechte der Kinder von Somalia teil- genommen. Bericht von Evelyne Monnay.

Bericht von Evelyne Monnay, 18. November 2016

somalieEtwa fünfzig Personen haben am 7. November in Sitten am Workshop über die Rechte der Kinder von Somalia teilgenommen. Das Ereignis wurde gleichzeitig vom internationalen Institut der Kinderrechte und der Vereinigung RAJO organisiert. Der Bedarf an Sensibilisierung und Anleitung zum Umsetzen der Kinderrechtskonvention in einem sich im Aufbau befindenden, erst kürzlich ratifizierten Staat, ist gigantisch. Die Notwendigkeit wurde von allen Teilnehmern, sei es aus dem Regierungsbezirk oder dem akademischen Umfeld, der NRO oder der Diaspora, anerkannt. Die Leiter forderten alle Mitwirkenden dazu auf, ein passendes Netzwerk zu entwickeln.

Bis dem Komitee der Kinderrechte der UNO der erste Bericht in einem Jahr vorgelegt werden kann, muss sich die junge Regierung bewusst werden, was Kinderrechte bedeuten, was sie beinhalten und sie ausserdem der Bevölkerung nahe bringen. Um das Volk, das zurzeit in Bezug dieser Rechte kaum informiert ist, darüber in Kenntnis zu setzen, muss die Rolle der Medien und der Television verstärkt werden. Der Zivilgesellschaft, die einen alternativen Bericht erstatten wird, gilt in diesem Prozess besondere Aufmerksamkeit. Sie muss sich organisieren oder sich sogar erst erschaffen. Die Frage der Datenerfassung ist ebenfalls entscheidend.

Zu den Prioritäten der Kinder in Somalia gehören Sicherheit, Ausbildung (Zugang zu kostenlosem Schulbesuch und Ausbildung der Lehrkräfte), Kampf gegen allgemeine, schädliche Praktiken (die Verbreitung der Exzision liegt bei 98%) und Mütter-und Kindersterblichkeit (Gesundheit und Hygiene). Die durch die Shebab-Miliz rekrutierten Kinder und deren Wiedereingliederung, wie auch die interne Flüchtlingslage, gehören ebenfalls zu den ernst zu nehmenden Themen.

Zwanzig Jahre Zivilkrieg hat die Institutionen in die Knie gezwungen. Die Regierung ist jetzt staatlich, aber das System wird grösstenteils von Klans bestimmt: Die Solidarität spielt sich hauptsächlich innerhalb der Sippschaften ab. Die zentrale Regierung bezieht keine Steuern. Es gibt keine soziale Sicherheit, abgesehen von Kindern. Die Situation in Somalia benötigt deshalb das tiefe Verständnis der internationalen Gemeinschaft, die nur helfen kann, wenn sie das Land zu verstehen vermag.

Eines der Ziele dieses Workshops bestand darin, die von der Verwirklichung der Kinderrechte Somalias betroffenen Protagonisten zu versammeln. Die Diasporagemeinschaft gehört ebenfalls dazu. Deren Geld-Transfer beträgt ungefähr zwei Milliarden Dollar pro Jahr, das bedeutet, mehr als die Summe, die durch Überweisungen der internationalen Organisationen zusammenkommt. Diese «remittances» erlauben, Grundbedürfnisse zu decken. Trotzdem darf nicht vergessen werden, dass sich ein Teil der Diaspora an der Absetzung der Regierung 1991 beteiligt hatte und dass von Seiten der Personen, die mit den Geldüberweisungen beauftragt waren, viel Korruption im Spiel war. Die ausgewanderten Somalier sind ausserdem oft in sehr jungem Alter aus ihrem Land geflohen.

Als Schlussfolgerung sei bemerkt, dass nur mit dem Beitrag aller Beteiligten die notwendige Anteilnahme aufgebaut werden kann, um die Entwicklung der Konvention der Kinderrechte zu verwirklichen. Um diese Angelegenheit am besten zu koordinieren, wurde an der Tagung am 7. November ein Netzwerk entwickelt. Am Mitmachen interessiert? Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Überlegungstag des 7. Novembers 2016

Unterlagen

Bild: Feed My Starving Children / flickr, creative commons

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